Zum Inhalt

Vižinada: Handel, Kirchen und Parenzana

Unterkunft finden

2 Erwachsene · keine Kinder · 1 Zimmer
Anzeige · Bei einer Buchung können wir eine Provision erhalten.

Vižinada liegt auf einem Hügel oberhalb des Mirna-Tals im nordwestlichen Istrien. Der Ort verbindet mittelalterliche Ortsgeschichte mit dem Erbe der Parenzana, der schmalspurigen Bahn zwischen Triest und Poreč. Im alten Ortskern erinnern ein steinerner Löwe, ein Fontik und eine Zisterne an Handel und Versorgung; in der Umgebung führen Weinberge und die frühere Bahntrasse durch die Hügellandschaft.

Kurzfakten zu Vižinada

  • Der erste schriftliche Beleg für Vižinada stammt aus dem Jahr 1177.
  • Der Fontik, ein historisches Lagerhaus, wurde im 15. Jahrhundert errichtet.
  • Eine Steintafel von 1726 hielt Gebühren am früheren Hafen Baštija fest.
  • Die Parenzana verkehrte von 1902 bis 1935 durch Vižinada.
  • Das Sabadin-Viadukt liegt an der früheren Bahnstrecke unterhalb des Weilers Brig.

Vom frühen Siedlungsraum zur mittelalterlichen Gemeinde

Die erste schriftliche Erwähnung Vižinadas aus dem Jahr 1177 nennt den Ort als Besitz des Bischofs von Poreč. In der Umgebung liegen prähistorische Befestigungsanlagen und Fundorte aus Antike und frühem Mittelalter. Das frühere Dorf Ružar war bereits in vorgeschichtlicher und römischer Zeit besiedelt; dort führte die Via Flavia vorbei. Vermutlich war Ružar bis zu Beginn des 15. Jahrhunderts besiedelt; danach zog die Bevölkerung in das heutige Vižinada.

Über Jahrhunderte prägten Kirchen, Landbesitz und Handel die Umgebung des Mirna-Tals. In der venezianischen Zeit kamen Flüchtlinge aus Dalmatien und anderen Gebieten hinzu. Vižinada gehörte zu den Orten, in denen die Glagolica, eine slawische Schrift, bis ins 17. Jahrhundert verwendet wurde. Relikte am zentralen Platz halten die verschiedenen wirtschaftlichen und kulturellen Schichten sichtbar.

Baštija, Mirna und der alte Fontik

Baštija war der historische Hafen am Fluss Mirna. Holz, Getreide und Wein wurden dort verladen; Gebühren für den Transport sind in eine Steintafel eingemeißelt, die in die Wand des alten Fontik eingebaut wurde. Das ehemalige Lagerhaus entstand im 15. Jahrhundert und gilt als ältestes erhaltenes öffentliches weltliches Gebäude der Gemeinde. Der Ort lag an einer Handelsverbindung zwischen dem Binnenland und der Küste.

Auf dem Platz neben dem Fontik steht eine Zisterne mit zwei Brunnen, die 1772 nach einem Entwurf des aus Rovinj stammenden Architekten Simone Battistella angelegt wurde. Der venezianische Löwe im Steinrelief und die eingelassene Gebührentafel gehören zu den älteren Zeichen der Ortsgeschichte. Der nahe Glockenturm stammt aus dem 17. Jahrhundert. Gemeinsam veranschaulichen Lagerhaus, Zisterne und Turm, wie öffentlicher Raum, Wasserversorgung und Handel in einem kleinen Hügelort organisiert waren.

Kirchen und religiöse Zeitschichten

Auf dem Friedhof von Božje Polje steht die Kirche der heiligen Maria, die bereits im 12. Jahrhundert erwähnt wird. Von 1536 bis 1805 gehörte das dortige Kloster Franziskanern, die die glagolitische Schrift pflegten. Im Hauptort gehören die Kirchen des heiligen Johannes des Täufers und des heiligen Barnabas zu den älteren Sakralbauten. St. Johannes entstand im 13. Jahrhundert als eine der wenigen doppelapsidialen Kirchen Istriens. Auch die Kirche des heiligen Barnabas wurde im 12. oder 13. Jahrhundert mit zwei Apsiden errichtet.

Die neoklassizistische Pfarrkirche des heiligen Hieronymus stammt aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts und entstand am Standort eines Vorgängerbaus aus dem 16. Jahrhundert. So liegen in und um Vižinada Kirchen aus unterschiedlichen Bauphasen nahe beieinander: von mittelalterlichen Doppelapsiden über die alte Friedhofskirche bis zur späteren Pfarrkirche.

Anzeige

Die Parenzana im Mirna-Hügelland

Die Parenzana war eine 123 Kilometer lange Schmalspurbahn von Triest nach Poreč. Sie verkehrte von 1902 bis 1935 und verband 33 Orte in Italien, Slowenien und Kroatien. In Vižinada erschloss die Strecke das Mirna-Tal und die Hänge des Umlands. Heute führt ein Wander- und Radweg über den früheren Bahnkorridor; Brücken, Viadukte und Tunnel erinnern an den Zugbetrieb.

Unterhalb von Brig liegt der steinerne Sabadin-Viadukt. Die frühere Trasse erreicht dort einen ihrer höchsten Punkte mit 273 Metern über dem Meer. Vižinada veranstaltet außerdem einen Freizeit-Radmarathon im Gedenken an die Bahnstrecke; eine begleitende Wanderung verbindet das Ereignis mit der Fußroute. Weinberge, Wälder und kleine Dörfer prägen diese Abschnitte zwischen Vižinada, Motovun und Višnjan.

Mirna-Tal, Wein und kulturelles Leben

Vom Hügel des heiligen Toma reicht der Blick über rot und weiß gefärbte Böden, Weinberge, bewaldete Höhen und das Mirna-Tal. Grožnjan und Motovun liegen auf benachbarten Höhenzügen; die Küstenstadt Poreč bildet den westlichen Bezug des Umlands. Weinanbau gehört zu den prägenden Wirtschaftszweigen, daneben spielen Oliven und regionale Küche eine Rolle. Die Weingebiete Istriens und die Olivenhaine verbinden Vižinadas Kulturlandschaft mit den Erzeugnissen des Hinterlands.

Der frühere Bahnkorridor ist Teil der Radrouten in Istrien durch das nordwestliche Hügelland. Die historische Streckenführung verband Vižinada mit dem Ort Motovun im Inland und der Küstenstadt Poreč.

Häufige Fragen

Welche Besonderheit hat das Sabadin-Viadukt?

Das steinerne Viadukt überspannt die Schlucht des Sabadin-Bachs. Es ist 64 Meter lang und 20 Meter hoch und liegt an der früheren Parenzana-Trasse nahe der zweithöchsten Streckenstelle bei Vižinada.

Wer war Carlotta Grisi?

Die 1819 in Vižinada geborene Tänzerin wurde im 19. Jahrhundert auf europäischen Bühnen bekannt. Für sie wurde die Titelrolle im romantischen Ballett „Giselle“ geschaffen; eine Straße in Vižinada trägt ihren Namen.