Grdoselo zwischen Glagolitik, Schluchten und Wasserfällen
In Grdoselo steht die Pfarrkirche zum Namen Mariens, ein Gotteshaus, das auf das Jahr 1774 datiert ist. Sie bewahrt das Grdoselo-Fragment, ein glagolitisches Kulturerbe aus dem 12. Jahrhundert. Zwischen den Ruinen der nahe gelegenen Kirche der heiligen Anna wurde dieses Fragment gefunden. Damit treffen in Grdoselo ein Kirchenbau des 18. Jahrhunderts und ein deutlich älteres Zeugnis der glagolitischen Schriftkultur aufeinander.
Schrift und Kirchen
Die Grdoselska Chronik ist ein Manuskript aus dem Pfarrarchiv von Grdoselo. Begonnen wurde sie 1688 von dem örtlichen Kaplan Vincent Pikot. Die Chronik enthält Vincent Pikots Bericht über die Gründung und den Bau der heutigen Pfarrkirche von Grdoselo. Ihr Inhalt ergänzt damit das steinerne Zeugnis der Kirche um einen schriftlichen Bericht zur Entstehung des heutigen Gotteshauses.
Alte Orte
Zelengrad ist eine verlassene mittelalterliche Stadt, die erstmals 1102 erwähnt wurde. Das Schloss in Grdoselo wurde nicht wiederaufgebaut; seitdem trägt es den Namen Stari grad. Zelengrad war eine trapezförmige Festung auf einem Hügel, unterhalb dessen der Grdoselo-Bach in den Butoniga-Bach eintritt. Die Lage verbindet die frühere Befestigung mit dem Verlauf zweier Bäche und macht die historische Siedlung zugleich als Landschaftspunkt verständlich.
Die Ruinen der Kirche der heiligen Anna waren eine der drei Kirchen der früheren Altstadt Old Town beziehungsweise Zelengrad. Old Town beziehungsweise Zelengrad war eine frühere Siedlung etwa 800 Meter nördlich des heutigen Grdoselo. Die Ruinen gehören damit zu einer Siedlungsgeschichte, die räumlich vom heutigen Dorf getrennt und dennoch eng mit dessen Kirchen- und Ortsgeschichte verbunden ist.
Wasserlandschaft
Der Wasserfall Pećina ist fast 20 Meter hoch und fällt über eine Höhlenöffnung mit einer Quelle. Die Schlucht des Grdoselski potok enthält Stromschnellen, Seen, Überreste alter Mühlen und kleinere Wasserfälle, darunter Črni puč. So liegen in derselben Wasserlandschaft neben den Wasserfällen auch Spuren früherer Nutzung und unterschiedliche Formen des Bachverlaufs.
Der Weg durch den Canyon des Grdoselski potok ist nicht markiert und nicht gesichert; nasse Bedingungen können ihn extrem rutschig machen. Diese Eigenschaften prägen den Charakter des Weges ebenso wie die Stromschnellen, Seen, Mühlenreste und Wasserfälle der Schlucht.
Wanderwege
Der Grdoselo–Zelengrad-Wanderweg ist eine 16 Kilometer lange Rundroute. Die Route bietet Panoramen des Pazin-Beckens, der Učka, der Ćićarija, von Grdoselo und des Butoniga-Sees. Auf diese Weise verbindet sie die historischen Orte Zelengrad und Grdoselo mit mehreren markanten Landschaftsräumen und einem Blick auf den Butoniga-See.
Auf der Wanderroute Pazin–Grdoselo–Veliki slap führt der Weg von einer markierten Abzweigung etwas mehr als einen Kilometer bis zum Veliki slap. Anschließend setzt sich die Route zu einem zweiten Wasserfall fort.
Die Staza vodopada (614) führt nach Grdoselo. Nachdem sie das Dorf bei der Kirche verlassen hat, erreicht sie einen Wasserfall.
Weitere Orte
Weitere Orte auf dieser Übersicht sind Pazin, Trviž, Zarecje, Beram, Ježenj, Brajkovići, Vela Traba und Zabrežani.
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