Lanišće entdecken: Kirche, Wallfahrt und Brauchtum
Lage
Lanišće liegt an der Straße von Lupoglav in Richtung Rašpor und zu weiteren Dörfern der Ćićarija. Der Ort befindet sich auf einem nach Süden ausgerichteten Hang unterhalb des Orljak und am Rand eines fruchtbaren Feldes. Diese Lage verbindet die benannte Straße mit einer deutlich beschriebenen Hang- und Feldlandschaft, ohne den Ortscharakter auf eine einzige Sehenswürdigkeit zu reduzieren.
Weitere Ortsseiten führen zu Slum, Jelovice und Klenovšćak. Damit stehen neben Lanišće auch benachbarte Orte der Ćićarija im regionalen Ortsbild.
Kirche und Geschichte
Die Pfarrkirche von Lanišće ist den Heiligen Cantius, Cantianus und Cantianilla geweiht. Das Gotteshaus wurde 1927 an der Stelle einer Kirche aus dem Jahr 1609 errichtet. Die Pfarrei Lanišće wurde ebenfalls 1609 gegründet, sodass sich am selben Ort die Geschichte des älteren Kirchenbaus und der Pfarrgründung berühren.
Im älteren Kirchenkomplex ist ein großer Renaissance-Glockenturm erhalten. Der Glockenturm der Pfarrkirche ist 19 Meter hoch und hat drei Glocken. Seine Bauform und seine genaue Höhe gehören zu den markanten Einzelheiten der Ortskirche.
Zum Kirchenraum gehört ein gotisches Holzkruzifix. Drei Marmoraltäre wurden 1928 aus der Kathedrale von Triest nach Lanišće gebracht. Neben dem gotischen Kruzifix verweist damit auch die Herkunft der Altäre auf unterschiedliche historische Zusammenhänge innerhalb des Kirchenraums.
Das Pfarrarchiv von Lanišće ist seit 1632 erhalten. Eine Patronatsfeier in Lanišće ehrte im Jahr 2021 die Heiligen Cantius, Cantianus und Cantianilla. Die Patrozinien der Kirche und die erhaltene schriftliche Überlieferung gehören damit zu den ausdrücklich belegten Bestandteilen der Ortsgeschichte.
Glaube und Erinnerung
Das Pfarramt von Lanišće ist der Ort, an dem der Priester Miroslav Bulešić am 24. August 1947 getötet wurde. Die genaue Datierung ist mit dem Ort des Geschehens verbunden und prägt die religiöse Erinnerung an Lanišće.
Lanišće war die erste Station einer Wallfahrt auf den Wegen des seligen Miroslav Bulešić. Während einer Wallfahrt wurden Pilgern im Pfarrhaus von Lanišće die Inhalte einer Gedenksammlung gezeigt. Das Pfarrhaus steht in diesem Zusammenhang nicht nur als Schauplatz des historischen Ereignisses, sondern auch als Ort der bewahrten Erinnerung.
Überlieferung
Die alte Messe von Lanišće ist eine Form von bugarenje; bugarenje ist in der Ćićarija verwurzelt. Seit ihrer Gründung im Jahr 1976 führt die Ženska vokalna skupina Lanišće bugarenje öffentlich auf und bewahrt diese Tradition. Die überlieferte Gesangsform ist dadurch sowohl mit der alten Messe als auch mit einer seit 1976 bestehenden Vokalgruppe verbunden.
Lanišće hatte historisch eine Tradition der Holzkohleproduktion. Außerdem gilt der Ort als Geburtsort des Folk-Erneuerers Antun Žmak. Neben der kirchlichen Geschichte und dem religiösen Gedenken gehören somit auch die Holzkohleproduktion und die mit Antun Žmak verbundene Folk-Erneuerung zur überlieferten Ortsgeschichte.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Općina Lanišće.
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