Tar-Vabriga in Istrien: Loron, Oliven und Küste
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Tar-Vabriga liegt auf einem fruchtbaren Hochplateau an Istriens Westküste. Die heutige Gemeinde verbindet die ehemals getrennten Siedlungen Tar-Torre und Vabriga-Abrega, die an der Straße zwischen Poreč und Novigrad liegen. Zwischen den Olivenhainen am Hang und der Küste bei Lanterna verbirgt sich mit Loron eine bedeutende römische Produktions- und Villenanlage.
Kurzfakten zu Tar-Vabriga
- Tar und Vabriga waren ursprünglich zwei getrennte Siedlungen, die heute durch die Hauptstraße verbunden sind.
- Tar liegt auf einem 112 Meter hohen Plateau zwischen der Adriaküste und der Mündung der Mirna.
- Die Landzunge zwischen Valelunga und Santa Marina heißt bei Einheimischen Laron.
- Die römischen Anlagen von Loron entstanden um das Jahr 10 n. Chr. und liegen rund 400 Meter auseinander.
- In Loron wurden Öl-Amphoren gebrannt; die Werkstatt produzierte bis in das 3. Jahrhundert.
- Tar-Vabriga verbindet die römische Ölproduktion mit einer bis heute prägenden Olivenlandschaft.
Zwei Siedlungen auf dem Küstenplateau
Tar-Torre und Vabriga-Abrega entwickelten sich als eigenständige Ortschaften und sind heute zu einem Ort zusammengewachsen. Die Verbindungsstraße zwischen Poreč und Novigrad trennt die alten Siedlungskerne. Tar liegt auf dem Hochplateau etwa 112 Meter über dem Meer; das Gelände neigt sich einerseits zur Küste und andererseits zur Mündung der Mirna. Von diesem Rücken aus öffnen sich zwei unterschiedliche Landschaftsbilder: im Westen das Meer, im Norden und Osten die Tal- und Flussmündung.
Am Kap zwischen den Buchten Valelunga und Santa Marina liegt das Gebiet, das örtlich Laron genannt wird. Im Mittelalter gehörte die Landzunge dem Bischof von Poreč. Die Bewohner brachen dort Stein und betrieben Kalköfen; ein größerer Olivenhain prägt die Landzunge bis heute. Olivenhaine, Trockenmauern und die Küstenhänge verbinden so die heutige Kulturlandschaft mit der langen landwirtschaftlichen Nutzung.
Loron: römische Ölfabrik und Meeresvilla
Der archäologische Platz Loron besteht aus zwei römischen Anlagen, die etwa 400 Meter voneinander entfernt liegen. Straßen und Arkaden verbanden beide Komplexe. Auf dem südlichen Hang Richtung Červar befand sich eine Figlina, eine Werkstatt zur Herstellung von Amphoren für Olivenöl. Auf der westlichen, zur Bucht Santa Marina gerichteten Seite lag eine maritime Villa. Beide Anlagen wurden um 10 n. Chr. auf Initiative des römischen Senators und Konsuls Sisenna Statilius Taurus errichtet.
Die Figlina diente der Produktion, Lagerung und Trocknung von Amphoren. In großen Öfen wurden die Gefäße gebrannt und mit dem Namen des jeweiligen Werkstattbesitzers gestempelt. So lassen sich die Eigentümer von Sisenna bis zu Kaiser Hadrian nachverfolgen. Öl aus Loron wurde entlang des Po-Flusses und weiter in Richtung des heutigen Österreichs und Pannoniens transportiert. Wein und die Verarbeitung von Meeresfrüchten ergänzten die wirtschaftliche Nutzung des Landguts. Die Amphorenproduktion setzte sich bis zum Ende des 3. Jahrhunderts fort.
Die maritime Villa war zugleich Wohn- und Verwaltungszentrum des Landguts. In ihrem Grundriss sind Arbeitsräume, eine große Ölmühle mit zwei Pressen, eine monumentale Treppe zum Innenhof und Wohnräume zum Meer hin zu erkennen. Eine große Zisterne und die Badeanlage gehörten zur Anlage. Bei den Ausgrabungen, die 1994 begannen, wurden die beiden zusammengehörigen Komplexe freigelegt; die erhaltenen Teile der Öfen, der Villa und der Zisterne machen Loron als Produktionslandschaft anschaulich.
Olivenlandschaft und Küste bei Lanterna
Die Olivenkultur prägt die Umgebung von Tar und Vabriga seit der Antike. Schon die römische Figlina belegt, dass Ölproduktion hier mit Handel und überregionalen Transportwegen verbunden war. Die heutigen Haine von Larun bilden zusammen mit Trockenmauern eine charakteristische Kulturlandschaft. Wer sich für die regionalen Sorten und Anbaugebiete interessiert, findet Ergänzungen bei Olivenöl aus Istrien.
Die Halbinsel Lanterna liegt an der Küste westlich der Ortskerne. Die Buchten, Fels- und Kiesufer zeigen verschiedene Zugänge zum Meer; die Übersicht zu Stränden und Küstenabschnitten in Istrien hilft, passende Badeplätze einzuordnen. Die Höhle Jama Baredine bei Nova Vas und die Küstenorte von Poreč ergänzen einen Ausflug in der Umgebung.
Kirchen in Tar, Vabriga und Frata
Die Pfarrkirche des heiligen Martin in Tar wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts erweitert und renoviert. Ihre Säulen und Heiligenfiguren prägen das Kircheninnere. Eine lateinische Inschrift am steinernen Giebel über dem Eingang erinnert an den Besuch von Papst Pius VII. am 13. und 14. Juni 1800 im Tal von Tar.
In der Kirche des heiligen Antonius in Vabriga sind zwei Gemälde erhalten. Frata ist für ihren romanischen Glockenturm aus dem 13. Jahrhundert bekannt. Diese drei Bauzeugnisse verbinden romanische Architektur, frühneuzeitliche Malerei und spätere Kirchenumbauten.
Tar-Vabriga zwischen Poreč und Novigrad
Der Ort liegt zwischen zwei Städten mit eigener Geschichte und Hafenlandschaft. Poreč im Süden und Novigrad im Norden lassen sich mit einem Besuch der Küste bei Lanterna verbinden. Für eine Übernachtung nahe der Küste bieten sich Campingplätze oder Ferienwohnungen in Istrien an. Die interaktive Karte des örtlichen Tourismusverbands unterstützt bei der Orientierung zwischen Ortskernen, Loron und der Küste.
Häufige Fragen zu Tar-Vabriga
Wie groß waren die beiden Komplexe von Loron?
Die Figlina für Amphoren nahm etwa 170 mal 90 Meter ein. Die maritime Villa war ungefähr 130 mal 60 Meter groß und besaß eine zum Meer abfallende Terrasse.
Wann entstand der Olivenhain von Larun?
Ein größerer Hain wurde in den 1960er-Jahren angelegt. Die Olivenkultur der Region reicht aber deutlich weiter zurück und war bereits in der römischen Produktionsanlage von Loron wirtschaftlich wichtig.
Welche Werke verbindet die Kirche in Vabriga mit der Ortsgeschichte?
Die zwei Gemälde in der Kirche St. Antonius stammen von Zorzi Venture und datieren auf 1602.